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JOURNAL 6/11
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Knüppelhart auf Augenhöhe Diskussionen und Nutzwert lockten rund 500 Besucher zum Journalistentag 2011. Sie machen einfach keinen Journalismus.“ Der Auftakt ist knüppelhart. Mehr Ausgrenzen geht nicht. Zwei Medien-Menschen, die vielleicht ein dickes Fell haben, prallen aufeinander. „Tom Kummer, Los Angeles“, wirft der Beamer an die Wand. Für ihn, den Skandal-Journalisten, den Interviewfälscher aus den neunziger Jahren, ist dieser Satz bestimmt. Er kommt von Professor Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler aus Tübingen, der noch nachlegt: „Tom Kummer hat dem kreativen Schreiben geschadet.“ Mitten dazwischen Dr. Frank Überall als Moderator, der die Streitenden und Deutenden nicht zu moderaten Tönen bewegen kann – oder will. Willkommen beim Journalistentag 2011 des DJV-NRW. Geschätzte 500 Texter, Autoren, Redakteure, Fotografen und Moderatoren und solche, die es noch werden wollen, sind am Samstag vor dem ersten Advent nach Recklinghausen ins Festspielhaus der Ruhrfestspiele gepilgert. Das ist der Rekord für das Jahrestreffen – seit der Journalistentag vor sieben Jahren zum ersten Mal in Dortmund auf die Beine gestellt wurde. Grundsatzfragen und Grenzen „Bei diesem Zuspruch müssen wir wohl den richtigen Nerv getroffen haben“, begrüßt DJV-Landesvorsitzender Helmut Dahlmann kurz nach 11 Uhr die Besucher im Forum 1, neben dem gläsernen Aufzug und der rollenden Kaffeebar von Hauptsponsor LBS. Dahlmann stimmt die Zuhörer auf die nächsten fünf Stunden ein, in denen es mit 40 Referenten in 15 Foren und Werkstattgesprächen um Grundsatzfragen und Grenzen des Journalismus geht. Der DJV-Landesvorsitzende ärgert sich, dass der Journalistenberuf von den Arbeitgebern „nicht mehr wertgeschätzt wird“. Er erinnert sie an den heraufziehenden Fachkräfte-Mangel, die sinkenden Bewerberzahlen in Journalistenschulen, daran, dass von Zeitschriften vor gut einem Jahrzehnt sogar noch „Kopfprämien“ für angeworbene Wirtschaftsjournalisten gezahlt wurden. Und heute herrsche in manchen Verlagen „Leistungsdruck über die Grenzen der Erträglichen hinaus“. Da dürfe sich angesichts von diversen Spar- und Streichrunden niemand in der Verlagsbranche wundern, dass attraktivere Branchen den Medien längst den Rang bei der Nachwuchsrekrutierung abgelaufen haben. Dahlmann seziert kurz und knapp die offenen Wunden des Journalismus. „Gerade im Lokalen stimmen die Bedingungen nicht mehr.“ Und die nun bei mehreren Zeitungsgruppen und Sendern aufgebauten Recherche-Redaktionen sind für ihn „nur ein Feigenblatt“. Denn sie verschleiern einen grundsätzlichen Mangel in so aufgestellten Medienhäusern. Denn der Landesvorsitzende ist überzeugt: „Der Job von Journalisten ist die Recherche.“ Fiktionales als echt verkauft Mit der Wahrheit nahm es „Bad Boy“ Tom Kummer offensichtlich nicht so genau: Er schuf mit journalistischen Mitteln Fiktionales und verkaufte es als echt. Seine Interviews in Los Angeles mit Hollywood-Größen und Popstars von Brad Pitt bis Madonna waren schön zu lesen, aber erfunden – sie erschiene in Tempo, der damals angesagten Lifestyle-Zeitschrift, in Tageszeitungen und im bis dahin renommierten Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ungeprüft druckten die Redaktionen Kummers fantastische Erzählungen. Seine damalige Arbeitsweise rechtfertigt Kummer bis heute. Eine Journalisten-Avantgarde habe in dieser Zeit versucht, einen neuen Journalismus zu entwickeln. Der Journalistentag in Recklinghausen ist für ihn auch eine Gelegenheit, um für den Film „Bad Boy Kummer“ zu werben, der dem journalistischen Hochstapler gewidmet ist. Bereits im Impuls-Streitgespräch prallen die Fronten aufeinander, unversöhnlich. Wie frei sind Journalisten in ihrer Darstellung? Wie viel Dramatik fordert der Medienmarkt? Es geht an den Kern des journalistischen Selbstverständnisses. Wo beginnt journalistisches Handwerk und wo hört es auf? Der Fall des aberkannten Journalistenpreises für das Seehofer-Porträt von Spiegel-Reporter René Pfister dient als aktuelles Beispiel für diese Grundsatzfrage. Kummer erzählt von seinem „Fall“, sagt, dass alle Abnehmer damals stillschweigend von den Fake-Interviews gewusst hätten. Für Kummer steht aber fest: „Tempo war die beste Zeit im deutschen Journalismus.“ Es sei ein großer Spaß gewesen. „Die Tempo-Jungs sind heute Chefredakteure. Deshalb soll ich ausgestoßen werden.“ Pörksen schüttelt den Kopf, Kummer mit seiner „Ausgestoßenen-Legende“ ist für den Medienwissenschaftler ein „Experte für Betrug und Fälschung“. Kummer mit dem Drei-Tage-Bart und der orange-weißen „Trash“-Kappe sinkt ein wenig in sich zusammen, steckt ein „Bullshit“ und den Vorwurf vom „Verrat am Journalismus“ ein. Mit einer Frage sorgt er für verblüffte Ruhe: „Warum kaufte eine SZ dann 35 Interviews von mir?“ Kummer schreibt heute wieder, aber unter Pseudonym und als Ghostwriter: „Mein Name führt zu Debatten.“ Das ist unumgänglich nach dem Skandal von damals, über den Kummer aber auch selbst kein Gras wachsen lässt. Als „Konzept“- oder „Borderline“-Journalismus will er seine einstigen Erfindungen verstanden wissen. Pörksen wirft ihm vor, diese Begriffe nur erfunden zu haben, um von Täuschungen abzulenken. Der knallharte Schlagabtausch geht in zwei Foren über eineinhalb Stunden. Schwerstarbeit für Moderator Frank Überall, der die Kontrahenten dann und wann verbal voneinander trennen muss. Während unten über die Lehren aus den Sünden des Print-Zeitalters diskutiert wird, geht es unter dem Dach des Festspielhauses um die Zukunft. Die junge Generation der Macher und Bestücker von Smartphone-Apps spricht mit dem Grafiker und Layouter Andy Artmann über mobile Kommunikation. Werkstattgespräche voller Nutzwert In der ausgeweiteten Reihe der Werkstattgespräche wird das Motto des Journalistentags – Journalisten diskutieren auf Augenhöhe – konsequent und mit hohem Nutzwert umgesetzt. Es wird über Vodcasts, Urheberrecht und Apps geredet. Es geht um Nutzerverhalten und den Einfluss von jungen Menschen, die mit sozialen Netzen aufwachsen. Die arabische Revolution ist bei Artmann ebenso Thema wie das Twitter-Verhalten 14-jähriger Söhne. In der nächsten Werkstatt-Runde hoch oben im Raum Zeppelin begegnen zwei journalistische Entertainer Dr. Nicola Balkenhol in der Rolle der knochentrockenen Nachrichtenfrau. Geboten wird ein unterhaltsames Kolumnisten-Wechselspiel unter Westfalen – zwischen Hans Zippert, Schreiber bei der WELT und gebürtiger Bielefelder, und Dr. Hajo Schumacher, Kolumnist bei Spiegel Online und Vielschreiber-Talent aus Münster. Die Männer mit dem journalistischen Traumjob. „Wie macht man das jeden Tag? Ich kann als Nachrichtenredakteurin auch ganz schnell und kurz.“ Auf Balkenhols entwaffnende Fragen lassen sich beide Promis ein: „Aber der Witz, wie geht das?“ Kolumnen schreiben ist keine Kunst, kokettieren beide Kollegen. Schumacher: „Man dreht etwas um. Dann spinnt man das aus.“ Zippert: „Sich doof stellen – das ist doch ein simples Verfahren. Dann ergibt sich der andere Blick.“ Schumacher bekommt gerade mal einen Hunderter für jede Folge seine beliebte Läufer-Kolumne. Zippert darf jeweils nur 900 Anschläge schreiben, kann aber davon leben. Seine Motivation: „Die Narrenfreiheit ist der wirkliche Gewinn dabei.“ Auf der Suche nach der Zielgruppe Über den Einfluss von Zielgruppen-Analysen auf Programm-Macher diskutierten im „Forum Rundfunk“ WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz, Infratest-Geschäftsführer Hartmut Scheffler, Matthias Dang von IP Deutschland, Matthias Berthoud, Leiter der Hauptabteilung ZDF-Programmplanung unter der Moderation der Lokalfunkerin Sascha Fobbe. Da landet man schnell bei der Ballung abendlicher Talkshows in der ARD. Für Schmitz ein Beispiel für einen zurzeit funktionierenden Trend. Davon gebe es halt immer mehr, irgendwann schwinge das Pendel in die andere Richtung. „Bis es sich auf einem vernünftigen Niveau einpendelt.“ Die demonstrative Gelassenheit angesichts des Talk-Overkills krönt er mit einem Lacher und schaukelt auf dem Podium hin und her: „Das ist wie bei einem Paddelboot“. Wer schon mehrere Journalistentage besucht hat, stellt fest: Etwas ist anders. Obwohl mehr Menschen da sind, halten sich weniger in der Halle auf. Der Grund: Es ist ein spannender Journalistentag – auch für die Besucher. Während Besucher sich in den vergangenen Jahren meist schnell wieder aus Foren absetzten, die ihnen nicht unterhaltsam oder informativ genug waren, haben sie in diesem Jahr Sitzfleisch. Und sie füllen die Foren gleichmäßig – zur Freude von Referenten und Organisationsteam. In Scharen tauchen die Besucher erst wieder auf, als es im Foyer nach der klassischen Currywurst duftet. Da eilen sie zum Büffet mit vielen großen und kleinen Leckereien zu Mittag oder später als Zwischengang zu den Forenwechseln. Der rare Rohstoff Aufmerksamkeit Treue Zuhörer hat auch Moderator Kay Bandermann im Forum Corporate Publishing (CP). Es geht um den „raren Rohstoff Aufmerksamkeit“ über den Ulrich Effing von der Deichmann-Pressearbeit, Red-Bulletin-Chefredakteur Robert Sperl sowie die freien Journalisten Corina Weber und Rolf Skrypzak mit ihrem durchaus fachkundigem Publikum sprechen. Die Macher von Mitglieder- und Kundenzeitschriften bieten handfeste Trend-Einschätzungen. So rechnet etwa Weber damit, noch fünf bis zehn Jahre mit Print Geld zu verdienen. Für die nächsten fünf Jahre wollte sich auch Effing noch festlegen. „Darüber hinaus ...“ blieb er mit einem Lächeln eine Antwort schuldig. Der Deichmann-Sprecher sieht in der CP-Branche den Trend von Print zum Internet. Die iPad-Versionen von Kundenmagazinen häuften sich. Interessant auch Sperls Einschätzung: Das Handelsblatt verfalle dem „Boulevard für BWL-Studenten“, einen Trend zu mehr Tiefgang sieht er dagegen in Spezial-Medien. Deshalb gibt der Österreicher schon mal bis zu 5 000 Euro aus für eine zehn Seite lange und gute Geschichte in seinem Magazin Red Bulletin, das auf eine Fünf-Millionen-Auflage in vier Sprachen kommt. Sein Motto: „Ich beschäftige Profis. Also zahle ich auch deren Honorare.“ Effing bindet gute Texter und Fotografen an sich: „Keiner hat Lust, ständig mit neuen Leuten zu arbeiten. Deshalb kommt es dann auch nicht auf 15 Euro an.“ Noch ein Trend, der sich abzeichnet: die Suche nach journalistischen Mehrkämpfern, dem Schreiber mit dem grafischen Auge, der auch noch beim Konzept helfen kann. Sperl und Effing suchen Allrounder und greifen gerne auf Journalisten mit Tageszeitungs-Erfahrung zurück: „Die mussten immer alles machen.“ Corina Weber arbeitet gerne im Corporate Publishing trotz der journalistischen Beschränkung. Ihr Argument: Kunden- und Mitarbeiterzeitungen bieten halt viel bessere Arbeitsbedingungen. Innovation statt Geschäftsmodelle Spannend sind auch die „Neuen Formate“, über die Moderator Marcus Bösch mit drei Kollegen spricht, die neue Formate suchen und entwickelt haben. Daniel Fiene („Was mit Medien“) ist ebenso dabei wie Blogger Christian Jakubetz und Dr. Ralf Müller-Schmid von DRadio Wissen. Jakubetz gibt sich pragmatisch: Wer eine Idee hat, soll sie erst einmal umsetzen. Die stetige Frage nach Geschäftsmodellen ist für ihn „der Tod alles Innovativen“. Der Erfolg stellt sich schon ein – und wenn es nur höhere Besucherzahlen sind. Nach dem Gewinn des Grimme Online Award in diesem Jahr, sagt Müller-Schmid, haben sich die Zugriffszahlen verdoppelt. Natürlich geht es in diesem Forum um die oft gestellte Frage, ob sich mit neuen Medien Geld verdienen lasse. Dass dabei viel Fach-Chinesisch gesprochen wird, scheint nicht zu stören: Auch in der zweiten Forumsrunde folgen der Diskussion mehr als 50 Besucher. Die zentrale Frage nach Abnehmern und dem Honorar stellt sich auch bei der Produktion und Nutzung von Bewegtbildern fürs Netz. Im Forum Bild sprechen „Videopunk“ Markus Hündgen, Dr. Matthias Eberl und Timo Großpietsch mit Frank Stach und Frank Sonnenberg als Moderatoren über die Perspektiven für Journalisten in diesem Segment. Den Bedarf an zusätzlichen Einkommensquellen spiegelt nicht zuletzt die Besucherzahl im Forum Eigenmarketing: Volles Haus für den Referenten von der Deutschen Post, der das Prinzip des Vermarktungsportals DieRedaktion.de erläutert. Zusammen mit Hajo Schumacher, der das von ihm gegründete Portal Spredder.de mit dem Post-Portal zusammengeschlossen hat, werden Rechte und Kontrollmöglichkeiten von Journalisten durchaus kritisch diskutiert: Die Freien im Publikum fordern zum Beispiel Mindesthonorare gegen Unterbietungswettkämpfe und fragen, ob so ein Portal für günstige Texte aus Zweitverwertungen nicht letztlich den Markt für teurere Erstverwertungstexte verstopft. Außerdem fänden die Forumsbesucher Bewertungen nach Ebay-Muster gut. Dazu sagte Schumacher: „Das ist Pflicht. Das ist ein Muss.“ Thema Grenzverletzungen Viel zu tun hat am Samstag Andrea Hansen als Moderatorin. Und ein volles Haus beim Forum Recht – nicht zuletzt dank prominenter Kollegen auf dem Podium. Das Thema Grenzverletzungen, das mit den Interviewfälschungen schon den Auftakt prägte, rundet den Journalistentag in den Nachmittagsstunden ab. Der Einmarsch von Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen (Spiegel) und dem früheren ARD-Rechtsexperten Karl-Dieter Möller sowie dem Kachelmann-Anwalt Prof. Dr. Ralf Höcker und seinem Anwaltskollegen Michael Schmuck wird von viel Blitzlicht begleitet. Dann geht’s an Eingemachte, an das Abwägen zwischen fundierter Berichterstattung und dem Sensationsbedarf der Medien. Höcker provoziert gleich, unterstreicht, dass Journalisten in der Strafprozessordnung nicht vorgesehen seien. Auch wenn sie sich gerne als die vierte Gewalt sähen. Und Höcker schiebt fast schon süffisant nach, dass im Kachelmann-Prozess ein „Großteil der Berichterstatter keine Ahnung hatte“. „Hanebüchener Unsinn“ sei über diesen spektakulären Prozess veröffentlicht worden. Möller und Friedrichsen nicken, mahnen später gut ausgebildete Gerichtsberichterstatter an. Im Kampf um Quote, Auflage und Schnelligkeit dürften die Grundlagen des Journalismus nicht auf der Strecke bleiben. Möller bringt es auf den Punkt: „Zu Bayern München wird sich niemand trauen, der keine Ahnung hat. Aber zu Gericht.“ Diskutiert wird auch der Konflikt von Gerechtigkeit und Recht am Beispiel des Gaefgen-Schmerzensgelds. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre, konstatiert Friedrichsen, sind bei Prozessen die Opfer immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Sie haben es in einem Prozess auch leichter als der Angeklagte. Opfer geben Interviews, sind Stoff für Medien, transportieren Emotionen. Aber, so schätzt Friedrichsen, damit werde die Unschuldsvermutung „noch tiefer begraben als sie es jetzt schon ist“. Und Möller ergänzt: „Es zieht einem die Schuhe aus, was in den Boulevardmedien steht.“ An der Textlänge kann es nicht liegen. Denn der ausgewiesene Rechtsjournalist sagt, dass er für seine Tagesschau-Beiträge meist nur 22 Zeilen schreiben durfte. Während der Spiegel Friedrichsen immerhin 250 Zeilen für ihre Gerichtsreportagen einräumt. Der tollste Job der Welt Hansen, die Mitorganisatorin des Journalistentags für den DJV und frühere stellvertretende DJV-Landesvorsitzende, betreut auch eines der beiden Perspektiven–Foren mit den jungen Journalisten Josefine Fehr, Anorte Linsmayer und Daniel Stahl. Bewusst sind für den journalistischen Berufsnachwuchs in diesem Jahr besonders viele Angebote auf dem Journalistentag dabei. Mit Erfolg: Unter den angemeldeten Teilnehmer finden sich viele Studierende. „Ich bin sehr motiviert, weil ich den tollsten Job der Welt machen darf“, sagt Linsmayer. Daniel Stahl aus Bamberg hatte Mitte des Jahres als freier Journalist im Arbeitskampf den offenen Brief gegen den Dumping-Tarif an Verleger geschrieben. Was jungen Journalisten bei der Jobwahl wichtig ist, reicht der Demografie-Experte der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung, Dr. Thieß Petersen, im zweiten Perspektiven-Forum mit der Moderatorin Beatrix Neuhaus nach. Die interessante Tätigkeit, das Einkommen und die Sicherheit sind ihnen wichtig. Bei Männern ist es an erster Stelle der Verdienst, für Frauen sind es mehrheitlich die interessanten Kontakte und die sozialen Motive. Dr. Sabine Roschke von der WAZ-Journalistenschule Ruhr spricht von 18 Neueinstellungen im kommenden Jahr. Es werde bedarfsgerecht ausgebildet. Daran meldet Volkmar Kah, stellvertretender Landesvorsitzender und WAZ/WR-Redakteur, seine Zweifel an. Er sieht immer mehr potenzielle Volontäre in die PR abwandern. Und er fragt: „Kommt die nächste Generation noch zu uns?“ Den Schlusspunkt des Journalistentags 2011 setzt für eine erkleckliche Zahl von Besuchern dann „König Fußball“ – im Forum 2, das zur Sky Lounge umgebaut ist. Das Revierderby Dortmund gegen Schalke 04 wird live übertragen und frisch gezapftes Pils gibt’s dazu. Was aber die Referenten und Besucher des Neue-Formate-Forums trotz direkten Sichtkontakts aufs Spielfeld nicht davon abhielt, bis zum vereinbarten Ende über neue journalistische Optionen zu sprechen. Da steht es schon 1:0 für Dortmund. Stilecht kommt dann per Twitter auf dem Heimweg noch das versöhnliche Fazit von Christian Jakubetz nach einem knüppelharten Tag: „Tschö, Recklinghausen! War mir ein Vergnügen beim #jnrw11. Und für ‘nen Tag kann man den Pott auch irgendwie aushalten.“|| Werner Hinse || top || |
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